Politische und kulturelle Bildung Leistungen

Politische und kulturelle Bildung

Politische und kulturelle Bildung
Seit mehreren Jahren arbeite ich schwerpunktmäßig mit großer Freude in den Bereichen politische und kulturelle Bildung, vor allem an der Schnittstelle von beidem. Zahlreiche Publikations- und Veranstaltungsprojekte zeugen davon.
Gute kulturelle und politische Bildung fördert das Selbstwertgefühl und wirkt darauf hin, dass Menschen sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen. Die Kombination aus beidem ist unverzichtbar, wenn wir uns für die Zukunft eine lebendige, engagierte und kreative Bürgergesellschaft wünschen.


Politische Bildung
Das primäre Ziel politischer Bildung sind die Förderung und der Erhalt der Demokratie. Um dies zu erreichen, braucht es vor allem Menschen, die partizipieren, die mitgestalten wollen, die für ihre Meinungen und Angelegenheiten eintreten wollen.


Kulturelle Bildung
Kulturelle Bildung meint Bildung in Kunst und Kultur sowie Bildung durch Kunst und Kultur, beide Aspekte sind wichtig und bestehen nebeneinander. Die Akteurinnen und Akteure kultureller Bildungsarbeit können im Idealfall mitreden und mitbestimmen, sich ausprobieren und werden so in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Die Beschäftigung mit und das Ausprobieren von Kunst, Musik, Tanz, Theater, Literatur etc. bringt Talente und Fähigkeiten zum Vorschein, die in formalen Bildungsprozessen häufig außer Acht gelassen werden. Somit wirkt auch gut gemachte kulturelle Bildung auf starke Persönlichkeiten hin, die partizipieren und ihre Meinung äußern wollen.

Kulturelle Bildung birgt zudem das Potenzial, Gruppenprozesse auszulösen, die eine große Energie erzeugen. Kulturelle Bildung motiviert und stimuliert. Schulen, die seit vielen Jahren Kooperationsprojekte mit Kulturinstitutionen pflegen oder die eine langjährige Tradition etwa mit Schultheaterprojekten haben, bemerken, dass sich dies auf die gesamte Schul- und Lernkultur positiv auswirkt.


Wie hängen beide zusammen?
Man könnte sagen, kulturelle Bildung schafft die Voraussetzungen für politische Bildung, indem sie selbstbewusste Individuen hervorbringt, die sich dann an demokratischen Prozessen aktiv beteiligen, doch so einfach ist es nicht. Die Verflechtung beider Bereiche ist stärker und geht darüber hinaus.

Angebote kultureller Bildung sind in vielen Fällen bereits mit politischen Themen und Methoden verknüpft. Auch in Projekten kultureller Bildung finden demokratische Prozesse statt, gibt es Machtgefüge und Diskussionsbedarf. Kulturelle Bildung findet zudem nicht im luftleeren Raum statt, sondern unter ganz bestimmten Umständen, die politisch geprägt sind. Kultur- und Bildungsarbeit werden mit finanziellen Mitteln ausgestattet, die auf Basis politischer Entscheidungen vergeben oder eben auch gekürzt werden. Viele Anbieter kultureller Bildung bekommen dies oft schmerzhaft zu spüren.

Politische Bildung, die nicht Methoden und Wege sucht, die ansprechend, lebendig und kreativ sind, hat keine Zukunft, denn sie hat kein Publikum. Politische Bildung kann nicht  reine graue Vermittlung von Fakten über politische Systeme und Institutionen sein, wenn sie nachhaltig etwas bei den Menschen bewirken will. Engagement muss Spaß machen, daher sind innovative Formate und Herangehensweisen an Bildungsprozesse gefragt. Dabei ist es wichtig, dass die Inhalte nicht aus den Augen verloren werden. Die Angebote (z.B. Publikationen oder Veranstaltungen) dürfen nicht banal und oberflächlich werden, sondern müssen in der Lage sein, Menschen zu fesseln und sie zu motivieren dabeizubleiben.

Es gibt Menschen, die meinen, man dürfe Kunst und Kultur nicht missbrauchen, um politische Bildung zu betreiben, die Kunst müsse zweckfrei bleiben und für sich stehen. Doch jeder Blick in die Kunstgeschichte und auf aktuelle Kunst zeigt, dass Kunst und Kultur stets durch ihre Entstehungsbedingungen, ihren historischen und politischen Kontext geprägt sind. Ohne Wissen um diese Kontexte lässt Kunst sich oft gar nicht erschließen.

Kunst und Kultur sind seit jeher eng mit Politik verzahnt und beides ist nicht ohne einander zu denken. Zahlreiche Projekte der politischen und kulturellen Bildung zeugen davon, wie inspirierend und bereichernd die Bereiche füreinander sein können. Die Grenzen sind fließend und das Zusammenwirken bietet auch für die Zukunft großes Potenzial.

Katharina Reinhold

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